MAMMUT – ein kleiner Woody mit großer Geschichte

von Markus

Schon wenn man über die Kuppe von Cleebronn nach Treffentrill fährt, kann man sie sehen, die MAMMUT, die dritte Holzachterbahn in deutschen Freizeitparks. Imposant, wie diese am Rande des idyllischen Freizeitparks steht und dort die Gäste, egal ob groß oder klein, bespaßt.

Quelle: Markus Raedel
Quelle: Markus Raedel

Der Erlebnispark Tripsdrill ist bekannt dafür, dass ihre Attraktionen nicht von der Stange kommen, sondern immer mit Liebe zum Detail im Park eingesetzt werden, so ist dies auch mit MAMMUT geschehen. Doch begeben wir uns erst einmal in Richtung Haupteingang, der Bahn, welcher sich unter dem Gebälk des Coasters befindet. Von hier aus geht man ein Stück unter der Holzkonstruktion hindurch, ab und an brettert dann einer der beiden Züge über einen hinweg, was doch gerne mal das Adrenalin steigen lässt.

Quelle: Markus Raedel
Quelle: Markus Raedel

Schließlich kommt man in eine Art „Hof“, bevor es in das „Museum“ geht, von hier aus hat man den besten Blick auf den Lifthill, aber auch auf die umliegende Strecke.  Hier sieht man auch, wie der Zug aus dem nebligen Tunnel auftaucht, um dann in die Schlussbremse zu fahren, oder auch wie der Zug in steilen Kurven diese Grünfläche umfährt. Nach einer kleinen Unterführung kommt man dann in das sogenannte Museum, in welchem man diverse Werkzeuge, Sägen aber auch Modelle von den Arbeitern sehen kann. Hier bekommt man dann schon das Gefühl, wie es ist in einem Sägewerk zu sein. Nach einer kleinen Steigung betritt man den eigentlichen Wartebereich, der sehr originell gehalten ist. Sehr hohe Decken, die typischen Holzbalken und vereinzelte Utensilien, die man damals in einem Sägewerk nutzte. Im Hintergrund ist dann immer wieder der Soundtrack zu hören, oder aber auch der „Startjingle“. Alles in allem wirklich toll in Szene gesetzt.

Quelle: Markus Raedel
Quelle: Markus Raedel

Kommen wir aber einmal zur Fahrt, welche sich wirklich lohnt:
Betritt man einen der Züge, die wirklich originell in metallischer Optik gehalten sind, gibt es kein zurück mehr, denn die Reise beginnt, nachdem die Bügel kontrolliert wurden. In einer langen Linkskurve geht es gemütlich in das Sägewerk, es riecht nach verbranntem Holz. Ganz langsam versinkt in der Zug in diesem Sägewerk, doch dann gibt es einen Zwischenfall…

Quelle: Markus Raedel
Quelle: Markus Raedel

Die Maschinen spielen verrückt, es raucht und blitzt, ohrenbetäubende Geräusche und vor uns drei riesige Kettensägenblätter, auf die man zusteuert… Adrenalin hoch zehn, doch dann kommt ein kleiner Drop, der uns unter den Sägeblättern hindurch auf den Lifthill rollen lässt… Geschafft, wir „fliehen“ aus dem Sägewerk. Mit dem Soundtrack „Flucht aus dem Sägewerk“ geht es dann 30m in die Höhe… Noch hat man Zeit, die Aussicht auf die umliegenden Weinberge, und den Park zu geniessen, bevor der Zug dann in einer langgezogenen linken Drop Geschwindigkeit aufnimmt, um dann mit einem Affenzahn unter einem Stück Strecke hindurch zu rasen, um dann in einer steilen 180 Grad Rechtskurve und einem kleinen Stück bergab auf den ersten Airtime-Hügel zu fahren. Hier schwebt man förmlich aus dem Sitz… In einer weiteren Kurve, diesmal nach links und runde 270 Grad fährt der Zug erneut unter der Strecke hindurch, um über den vorher genannten „Hof“ zu fahren.

Quelle: Markus Raedel
Quelle: Markus Raedel

In mehreren kleinen Airtime-Hügeln geht es in einer erneuten steilen 270 Grad Kurve um den Wartebereich, wieder hindurch durch die Bahn, um dann im hinteren Bereich der Bahn mit sogenannten S-Kurven (wo auch der Fotopoint ist) noch einmal ein wenig an Höhe zu gewinnen, um dann zum finalen Abschluss im Tunnel zu verschwinden, bevor man nach der düsteren S-Kurve wieder ans Tageslicht kommt, um dann von der Schlussbremse vermittelt bekommt, dass die Fahrt nun vorüber ist, und man den wilden Ritt überstanden hat.  Von nun an kann man auch wieder ausatmen.

Hier aber nun noch ein paar wesentliche Fakten:
Die Bahn wurde von Oktober 2007 bis April 2008 errichtet, um am 28.04.2008 feierlich eingeweiht. Die Umgebung wurde nachträglich, bis 2010, noch fertig gestellt. Insgesamt wurden für die 30m hohe und 860m lange Holzachterbahn rund 7000 Kubikmeter Erde abgetragen. Die Bahn besteht aus 70.000 Einzelteilen, zwei Millionen Nägel und eine Million Schrauben. Entworfen wurde die Bahn vom Münchner Ingenierbüro Stengel, aufgebaut von der Firma Cordes, die für diese Bahn einen besonderen Schienentyp entwickelt hat. Die Züge und auch die Technik wurden von Gerstlauer Amusement Rides geliefert. Durch die Hersteller-Kombination, sowie das genutzte Holz aus deutschen Wäldern, darf der Park damit offiziell werben, dass dies die erste „deutsche“ Holzachterbahn ist.

Quelle: Markus Raedel
Quelle: Markus Raedel

Typ: Holzachterbahn MAMMUT
Entwurf: Ingenieurbüro Stengel, München
Bau: Holzbau Cordes, Rotenburg (Wümme)
Technik: Gerstlauer Amusement Rides, Münsterhausen
Züge: 2 – mit 4 Wagen je Zug, 3*2 Plätze je Wagen
Höhe: 30m
Geschwindigkeit: 90km/h
Fahrtzeit: unter einer Minute
Kosten: 6 Millionen Euro (inklusive Thematisierung)

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